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Benjamin Franz Schlittentechnik

Schlitten gibt es nicht von der Stange, hängen nicht in den Schaufenstern der Tauchsport- geschäfte. Wer mit variablem Gewicht tauchen möchte, der muß tief in die Tasche greifen. oder hat ein so begeistertes Team um sich, wie Benjamin Franz.

Manfred Führmann aus Plattling ist der Konstrukteur des Schlittens, mit dem Benjamin in der Tiefe verschschwindet. Da ist alles Handarbeit, feinster Edelstahl, selbst erdacht. Vorlagen in dem Sinn gibt es nicht. Er hat Fotos der Schlitten von Umberto Pelizari, Pipin und Deborah Andollo studiert. Dann kamen die eigenen Entwürfe. Wie lange er daran gearbeitet hat? Schulterzucken. Bestimmt 80 Stunden oder mehr. Also zwei Arbeitswochen. Oder mehr.
 
Da ist vieles anders, neu, nicht so, wie es die anderen Schlittenfahrer kennen. Die Sealux - Videoanlage mit amtlich geeichtem Tiefenmesser, dessen Digitalanzeige vom Kameraauge gut lesbar gesehen werden kann, ist gleich in den Schlitten integriert. Die Größe des Schlittens ist variabel, kann also auf unterschiedliche Flossenlängen oder Größen der Taucher abgestimmt werden. Ein weiteres Novum ist die Auslösevorrichtung für den Start in die Tiefe. Alle anderen Apnoetaucher geben ein Zeichen, worauf das Halteseil von einem Helfer mit einem Messer durchtrennt wird. Benjamin Franz kann hingegen das Seil selbst auslösen.

Die Kosten für solch einen Schlitten? Das ist kaum zu beziffern. Da kommen schnell mehr als 10.000 Mark zusammen. Und für Veränderungen im Detail muß man immer offen sein. Die optimale Abstimmung auf den Taucher und einwandfreie Funktion entscheiden über Erfolg und Mißerfolg. Eine klemmende Auslösung oder Bremse, Vibrationen oder unausgewogene Gewichtsverteilung machen das Erreichen der gesetzten Ziele unmöglich.

Der Schlitten von Benjamin Franz hat allein im Wasser einen Abtrieb von 30 Kg. Das ist genau das Gewicht, das das Reglement der AIDA vorschreibt. Zunächst war der Schlitten vollständig aus Edelstahl gefertigt - und viel zu schwer. Erst der Austausch des Flossenkastens in eine Alu - Konstruktion reduzierte den Abtrieb aufs Gramm genau. Ein Gewicht von weiteren 30 Kg strafft das Seil, an dem der Schlitten in die Tiefe gleitet. Harte Arbeit bedeutet es, den Schlitten nach einem Tauchgang wieder an die Oberfläche zu ziehen. Wann immer es geht, wird das mit Hebeballons erledigt.

Die mit Ballons getragenen Verstrebungen der Krananlage sind das Resultat praktischer Erprobung. So wird das Schlauchboot, die Tauchplattform also und das Krangestänge selbst stabilisiert.
 
 
 
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