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by Michael Goldschmidt 9.02

FAKTEN

Hersteller: Oceanic
Typ: Vortex V 12
Design: Splifin
Material: Flexprene
Farbe: schwarz
Preis: ca: € 139,-
Größen: 3
Vertrieb: Fachhandel
Web: www.oceanic.de 

Mit gespaltener Zunge möchten wir hier nicht sprechen, obwohl das Design der neuen OCEANIC – Flosse VORTEX V 12 dazu anregt. Es ist in Reihenfolge die dritte Geräteflosse in der so genannten Splitfin – Technologie, also mit geteiltem Flossenblatt, die wir im Test hatten. Nimmt man das neue Stück in die Hand, fällt sofort auf, dass hier nicht nur Kunststoffe verwendet wurden, sondern dass das von OCEANIC FLEXPRENE genante Material hohe Anteile natürlichen Gummis aufweist, was man letztlich auch riechen kann. Zurück zur Natur nicht nur beim funktionellen Design, auch bei den Materialien, lässt allerdings nicht befürchten, dass diese besonders weichen Flossen nur im „Öko – Tauchshop“ zu bekommen sein werden.

„Habe ich nun Flossen am Fuß, oder nicht?“ Diese Frage stellen sich Taucher, die die OCEANIC VORTEX V 12 zum ersten Mal einsetzen, mit Sicherheit. Das Gefühl am Fuß ist in der Tat ungewöhnlich, gerade auch weil das hochflexible Material gepaart mit der Technologie des geteilten Flossenblatts kaum Druck spürbar werden lässt. Was man objektiv nicht als Druck am Fuß verspürt, erweckt subjektiv den Eindruck fehlender Kraftübertragung, sprich man steht zunächst unter dem Eindruck die Flosse sei nahezu wirkungslos. Freunde „harter Bretter“ werden sicherlich kaum auf Anhieb bekehrt werden können, denn man muss den Splitfin Flossen allgemein die Chance von ein paar Tauchgängen geben, bis man sich auf das neue Gefühl am hinteren Ende des tauchenden Homo Sapiens eingestellt hat.
FLEXPRENE nennt OCEANIC den Werkstoff, als DUOPRENE ist es ein eingetragener Markenname. Er verbindet natürlichen Gummi und Hightech Polymer. Dadurch wird eine optimale Kombination von Härte und Elastizität erreicht, wodurch besonders ermüdungsfreies Tauchen und Schorcheln auf lange Zeit ermöglicht wird. Da der Kraftaufwand so gering ist, hat der Benutzer nicht den Eindruck, besonders schnell voranzukommen. Hier hilft für die Darstellung eines rein objektiven Ergebnisses nur ein Speedometer (Geschwindigskeitsmesser unter Wasser).
Wie alle Splitfin – Flossen fordert auch die VORTEX V 12 vom Taucher die bewusste Umstellung seiner Beinarbeit. Nicht der von anderen Flossenkonstruktionen her bekannte weit ausholende Schlag bringt den Erfolg, hier ist ein kurzer Flossenhub gefragt, der ermüdungsfreie und den Luftverbrauch positiv beeinflussende Fortbewegung garantiert. Hat man sich auf diese Anforderungen eingespielt wird man feststellen, dass gegenüber konventionellen Flossen für die gleiche Strecke weniger Kraft aufgewendet werden muss und das Tauchen gegen eine Strömung besser bewältigt wird. Mit entscheidend ist hierfür, dass beim Flossenschlag die Beinbewegung in so engen Grenzen gehalten werden kann, dass die Flossenblätter nicht aus dem „Körperschatten“ heraus kommen.
Bei unabhängigen Tests in USA wurde von den unterschiedlichst rekrutierten Probanden unter anderem festgestellt, dass selbst das Erreichen größter Geschwindigkeiten und das Halten dieser mit spürbar weniger Kraftaufwand möglich war, als bei den neutralen Vergleichsflossen herkömmlicher Bauart.
Um doch noch einmal auf die ökologische Komponente zurückzukommen, kleinere Flossenbewegungen bergen auch deutlich geringere Risiken für Beschädigungen im Riff.
Unsere Testerinnen und Tester äußerten sich erwartungsgemäß nach dem erst Tauchgang nicht überschwänglich, erfordert die VORTEX V 12 doch aktive Umstellungen eigener – auch in der Tauchausbildung gelehrter – Bewegungsabläufe. Das im Vergleich zu anderen Splitfins des Marktes wesentlich weichere Material verlangt auch eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Produkt. Hatte man den Dreh erst einmal gefunden, veränderte sich die Einstellung gegenüber diesen Splitfin – Flossen deutlich. Was als Kritikpunkt übrig blieb war das Empfinden geringerer Richtungsstabilität des Fußes. Unproblematisch das An- und Ausziehen der Flossen zwei große Entwässerungslöcher im ebenfalls angenehm weichen Fußteil verhindern das Ansaugen. Die Schnellanpassung des Fersenbands ist vorbildlich, die Schnallen lassen sich an ihrer Befestigungsachse im Winkel von gut 90° drehen. Man muss auch nicht das Band über die Ferse ziehen, beidseitige Klippverbindungen erlauben, das Fersenband zu lösen. Eine stabile, großformatige Grifföse im Fersenband läßt dessen Positionierung auch mit dicken Handschuhen zu.

Fazit

Von den bisher getesteten drei Splitfin – Varianten ist die VORTEX V 12 mit Abstand das Modell mit der flexibelsten Materialzusammensetzung. Die Vorteile des geringeren Kraftaufwands und des resultierenden reduzierten Luftverbrauchs – auch für Schnorchler sicher nicht uninteressant - erschließt sich erst nach einer individuell bestimmten Eingewöhnungsphase. Es wäre falsch, die VORTEX V 12 jetzt nur einem bestimmten Interessentenkreis nahe bringen zu wollen, doch Taucherinnen und Jugendliche können sich wohl schneller dafür begeistern, als „gestandene Hardliner“. Aber dieser Kreis kommt sicher ins Grübeln, zieht das schwache Geschlecht locker an ihnen vorbei, während sie selbst schon am Ende ihrer Schlagzahl angekommen sind...