history_07_headbanner_02
Home Lampen Keldan

 

UnterWasserWelt.de >>> weiter zum aktuellen Online - Magazin

 

Mail an die Redaktion

 

© UnterWasserWelt 1999 / 2007  all rights reserved

by Michael Goldschmidt 10.00

Der Einsatz von Daylight-Lampen im Tauchbetrieb ist nach wie vor eine Ausnahme. Die hohen technischen Ansprüche, die an eine Lampe mit Tageslicht-Lichtquelle gestellt werden, machen diese Produkte auch beim Anschaffungspreis zu etwas Besonderem. Neu im Club der Anbieter ist die Firma Keldan aus der Schweiz, im Deutschland - Vertrieb von Active Line. Kleiner, heller und sicherer ist deren Devise und hier hat man nicht zu viel versprochen. UnterWasserWelt hatte als erstes deutsches Tauchmagazin die Lampe SOLARIS 2,7 von Keldan im Test.

Die Vorteile von Tageslicht-Lampen im Unterwasser-Einsatz liegen bei der enormen Lichtmenge bei gleichzeitig geringerer Stromaufnahme. Der Wirkungsgrad der Gasentladungslampen ist wesentlich höher, als bei den bekannten Halogenbrennern, bei denen im Verhältnis mehr Wärme als Licht produziert wird. Umgekehrt ist der technische Aufwand Tageslicht in mobilen Taucherlampen zu erzeugen wesentlich größer. Mehr Technik bedeutet höhere Fertigungskosten und daraus resultierende höhere Anschaffungspreise. So ist die SOLARIS 2,7 von Keldan trotz der geringen Baumaße ein ganz besonderes Stück in der Ausrüstung. Der Entwickler und Hersteller, Daniel Keller , ist Elektroingenieur an der Technischen Hochschule in Zürich. Er arbeitet ständig an der Weiterentwicklung seiner Lampen und passt sie auch speziellen Bedürfnissen an.

Konstruktion und Ausstattung

In einem eloxiertem Alurohr ist der Tageslichtbrenner (5500 Kelvin) eingesetzt. Der eventuelle Wechsel des Brenners ist dem Hersteller vorbehalten, bei einer mittleren Lebensdauer von über 700 Stunden aber kaum notwendig (nach dieser Zeit fällt der Brenner nicht etwa aus sondern gibt nur noch etwa 75% seiner ursprünglichen Lichtmenge ab). Hinter dem Brennerkopf ist der Schaltring zum Test und zur Aktivierung der Lampe in zwei Helligkeitsstufen über das Lampenrohr gezogen. Dieser arretiert in den einzelnen Schaltstufen mittels einer gefederten Sperre, die mit dem Daumen zurückgezogen werden muss, möchte man die Position des Schaltrings ändern. An das Lampenrohr angesetzt ist der Bügelgriff mit zwei Bohrungen für Sicherungsbändsel. Angenehm: Ist die Lampe mit einer Sicherung an der hinteren Bohrung des Griffs versehen und an der Ausrüstung befestigt, zeigt das Lampenrohr mit einem Winkel von etwa 35° vor den Taucher. So beleuchtet die Lampe den Grund unmittelbar vor dem Taucher, auch wenn er aktuell beide Hände für andere Aufgaben benötigt.

Den Abschluss der Leuchte bildet der Akkueinschub aus halb transparentem Acryl. Gesichert ist der Akkueinschub mit einer gefederten Metallraste, die in eine Nut im Inneren des Lampenrohrs greift. Ein kräftiger achsialer O-Ring dichtet die Einheit ab. Keldan verwendet NiMH - Akkus von Varta mit 2,7 Ah, zu 14,4 V zusammengeschaltet. Auf der Innenseite des Akkupacks befindet sich mittig der verpolungssichere Ladeanschluss und drei vergoldete Kontakte hin zur Lampenelektronik. Im Akkupack ist auch die Schnellladeelektronik selbst integriert. Die Solaris 2,7 benötigt lediglich einen Spannungswandler, der auf die notwendige Ladespannung herunterregelt. Dieser ist mitgeliefert und für alle Weltnormen von 100 - 240 V, 50/60 Hz verwendbar. Dazu liefert Keldan auch die notwendigen Steckeradapter um überall Anschluss zu finden. Diese werden am Spannungswandler selbst ausgetauscht und sind wesentlich stabiler als die bekannten Reisesteckeradapter. Die halbtransparente Aussenseite des Akkupacks, die den Abschluss der Solaris 2,7 bildet, beinhaltet eine Zeile mit 7 Leuchtdioden, die über den Ladezustand informieren. Diese Anzeige ist sowohl beim Betrieb der Lampe aktiv wie auch beim Ladevorgang. Ein ganz

besonderes Extra ist das Notlicht in der Bodengruppe des Akku, das über 4 Lichtleiter nach aussen geführt wird. Im Zusammenspiel mit dem Tiefentladeschutz, der sich durch das Flackern des Brenners bemerkbar macht, wirkt das Notlicht ideal. Wird der Gasentladungsbrenner abgeschaltet, übernimmt das Notlicht an der Lampenrückseite Beleuchtungsfunktionen, die nicht nur zum Ablesen der Instrumente ausreichend sind. Die abgegebene Lichtmenge entspricht etwa einem Brenner mit 3 W Lichtleistung. Das Notlicht kann aber auch direkt über die Schaltposition “Test” aktiviert werden, bei der auch der Ladezustand angezeigt wird. Tageslichtbrenner entfalten ihr volle Helligekit und entsprechend auch das Tageslichtspektrum erst nach einer kurzen Anlaufphase. Diese Anlaufphase signalisiert das rückwärtige Notlicht durch Blinken, bis der Tageslichtbrenner seine Betriebsleistung erreicht hat. Als Praxistipp: Tageslichtlampen sollten durchgehend eingeschaltet bleiben, da häufiges Ein- und Ausschalten den eigentlichen Alterungsprozess des Brenners darstellt.

Praxis 

Noch nie hatten wir bis dahin ein so kleines Lichtbündel mit Tageslichtbrenner in die Hand bekommen. Unauffällig verschwindet die Solaris 2,7 an der Tauchausrüstung - oder auch im Tauchgepäck (flugreisefreundlich). Kaum zu glauben, was aus diesem kompakten Strahler an Licht in die Unterwasserlandschaft geschickt wird. Hüten sollte man sich davor den Partner damit ins Gesicht zu leuchten, er hätte dann ersteinmal ein kurzzeitiges Adaptionsproblem der Augen..

Der Wechsel zwischen den Stufen “Low” und “High” macht sich optisch kaum bemerkbar, im niedrigen Modus ist die Solaris 2,7 aber 80 Minuten betriebsbereit, sonst immerhin noch stattliche 65 Minuten. So lange dauert kaum ein durchschnittlicher Nachttauchgang. Das Tageslichtspektrum kommt auch der visuellen Wahrnehmung entgegen, durch das ausgeglichene Spektrum erkennt man mehr Details in der Umgebung. Allerdings werden auch mehr Schwebstoffe sichtbar, die durch das intensive Licht zur Reflexion angeregt werden. Der Abstrahlwinkel von 15° ist eine guter Kompromiss zwischen Spot und Flood. Auch an der Oberfläche darf die Solaris 2,7 eingesetzt werden. Sollte die Innentemperatur allerdings einen kritischen Wert übersteigen, schaltet ein Schutzmechanismus die Lampe kurzfristig ab. Griffiger wünschen wir uns die Entriegelungsraste am Schaltring, die zwar auch mit dicken Handschuhen bedienbar ist, doch beim Testmuster ein wenig hakelig reagiert.

Fazit

Der Slogan “kleiner, heller und sicherer” geht bei der Solaris 2,7 von Keldan auf. Es gibt zur Zeit keine kompaktere Daylight-Taucherhandlampe dieser Konzeption mit Wechselakku, integriertem Schnelllader, Ladezustandsanzeige und Notlicht. Mit einer speziellen Streuscheibe kann die Lampe auch zum Videolicht umgerüstet werden. Made in Switzerland ist also immer noch etwas Besonderes. Doch da das Auge auch “mitisst” sollte der Schweisspunkt des Bügelgriffs am Lampenrohr eleganter abgeschliffen werden. Ist diese Kleinigkeit im Griff, gibt es nichts mehr zu bemängeln.

Lieferprogramm:

Solaris 2,7 (2,7 Ah) ca. € 895 

Solaris Pro 4,0 (4 Ah) ca. € 975
Solaris TEC 11,4 (11,4Ah) ca. € 1485
Videolicht / Tankanlage
Helmlampen / Tankanlage

Fakten

Lampentyp: Solaris 2,7
Hersteller: Keldan
Keldan Vertrieb Deutschland: Active Line

Lampenrohr: Alu, eloxiert
Länge: 195 mm
Durchmesser: 67 mm
Gewicht: 1100 g
Abtrieb 500 g
Tauchtiefe maximal: 150 Meter
Lichtart: Tageslicht 5500 Kelvin
Akku: Wechselakku 14,4V/2,7Ah NiMH
Brenndauer: “low” 80 Minuten, “high” 65 Minuten
Brennerstärke bezogen auf Halogen: “low” ca 45W, “high” ca 65 W
Abstrahlwinkel: 15°, mit aufsteckbarer Streuscheibe 60°
Ladung: belüftet
Ladegerät: Nur Spannungswandler für alle Weltnormen, Ladeelektronik eingebaut
Ladezeit: ca 3 Stunden
Besonderheiten: Ladezustandsanzeige, Notlicht, zwei Helligkeitsstufen
Preis: ca. € 895