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UWW 1.99

Was machte das Tauchen erst möglich, was steht an erster Stelle im Anschaffungsplan der Tauchausrüstung? Die Tauchermaske. Ohne dieses Hilfsmittel, das des Menschen wichtigstes Sinnesorgan, das Auge, in die Lage versetzt unter Wasser ein scharfes Abbild der versunkenen Welten zu entwerfen, wäre der Tauchsport nicht vorstellbar. Nicht Schnorchel, Flossen, Lungenautomaten, Jacket, Anzüge oder Tauchcomputer begründeten die drängende Sehnsucht den Zauber der Tiefe zu erleben, es war ein schlichter Gummirahmen, verschlossen mit einer Glasscheibe, am Kopf mit einem Band befestigt. Kein Vergleich zu den High - Tech - Produkten der Gegenwart.
 
Kupferne Taucherhelme mit Sichtscheiben schieden jeher für den Einsatz als grundlegende Sehhilfe für Taucher aus, die nicht gewerbesmäßig unter die Wasseroberfläche schauen wollten. Wer kennt sie nicht, die Guckkästen der Fischer, ein etwa 30 Zentimeter im Querschnitt messendes Rohr oder rechteckiger Kasten, etwa 60 Zentimeter lang, dessen Boden mit einer Glasscheibe wasserdicht verschlossen war. Drückte man so eine Röhre leicht unter die Wasserlinie, gab das einfache Sichtfenster den Blick frei auf die unerreichbar scheinende Welt der Tiefe. Im Prinzip nichts anderes sind die heute im Sommerhalbjahr zum allgemeinen Sortiment der Sportgeschäfte zählenden Masken. Eine oder mehrere Glas- scheiben, ein Gummi - oder Silikonrahmen, das alles möglichst wasserdicht am Kopf anliegend. Archaisches Know How lediglich modernisiert. Das scheint alles zu sein. Tatsächlich steckt weit mehr dahinter. Auch wenn nicht selten beim Studium der über 120 Maskenangebote, die im deutschsprachigen Raum feil geboten werden, innovives Design, der Kick weg von der Maske, also dem, was ein Gesicht banal versteckt, hin zu dem, was ein Gesicht optisch positiv unterstützt, sogar schmückt, nur in wenigen Produkten deutlich spürbar wird.
 
Im Grunde wird jeder Kunde nicht nur fündig, meist ist er auch gut bedient. Ob Modelmaske, Vollgesichtsmaske, Maske mit optischen Gläsern, mit einer Scheibe oder zwei, drei, vier oder sechs Fenstern. Alles ist zu haben. Doch erstaunlich ist häufig das Kaufverhalten. Daran gemessen, daß Tauchmasken der 70er Jahre, die nicht selten im Kaufhaus auf dem Wühl- tisch, nahe der Spielwarenabteilung auslagen, vergleichsweise nur ein paar Mark kosteten, sträubt sich aktuell der Neutaucher aber auch der mir allen Meerwassern gewaschene Oldie, bis zu 150,- Mark auf den Tisch des Tauchshops zu blättern (Vollgesichtsmasken über- schreiten bei einigen Modellen sogar die 1000,- Mark Schallmauer). Masken scheinen als Verbrauchsartikel zu gelten, etwas, was keinen rechten Wert hat, nur Mittel zum Zweck ist.
 
Nicht selten möchten sogar Taucheleven zum Grundkurs die ABC - Ausrüstung nicht einmal für sich erwerben. Es wird erwartet, daß die Tauchschule die gesamte Ausrüstung leihweise zur Verfügung stellt. Aber die ganz persönliche Grundausrüstung, Dinge, die zum Lebensgefühl zu zählen sind, die auf der Haut getragen werden, die den Zugang zu verborgenen Welten schaffen, die man doch gerne stets in seiner Nähe zur spontanen Nutzung wissen möchte, gehört nicht mehr durchgängig zu den persönlichen Schätzen des Besitzers.

Ein Herz für individuelles Design, über den Zweck hinaus, entdeckte SCUBAPRO 1993 mit der Maskenserie Hot Frame. Die Maskenrahmen sind unterschiedlichen Stilrichtungen folgend handbemalt, ein Urethanüberzug schützt die Unikate. Beispielhafte Paßform und ausgezeichnetes Design schmücken erstmal das Gesicht der Taucherin , des Tauchers und das obwohl es sich um eine Maske mit zwei Scheiben handelt.. Passende Schnorchel und Deckel der zweiten Automatenstufe runden das abgestimmte Angebot ab. Aufgrund der farblichen Gestaltung ist die Hot Frame eher ein Ausrüstungsteil der Taucherin. Die am liebsten prüdes Schwarz bevorzugende männliche Taucherwelt der ersten Stunde, konnte eher weniger Gefallen an der aus ihrer Sicht als Disco-Mode bezeichneten Veränderung im Ausrüstungswesen finden.
 
Sehen und gesehen werden ist auch unter Wasser das gegebene Motto. Das Fenster zur faszinierenden Unterwasserwelt muß bewußt aus dem Schattendasein heraustreten, das es vielfach immer noch fristet. Kein Kompromiß, nur weil man kein Wasser in die Nase bekommen möchte und weil man eine Maske tragen muß, sonst sieht man ja nichts, oder fast nichts, das ist mittlerweile für eine sinnvolle Kaufentscheidung zu wenig. Schick, Persönlichkeit ausdrückend, technisch auf dem neusten Stand, so soll eine Tauchermaske charakterisiert sein, ein ganz persönlicher Bestandteil der eigenen Ausrüstung. Tauchen vermittelt Wohlgefühl, sonst würde man diesen Sport auch nicht ausüben. So soll auch die Ausrüstung Wohlgefühl erzeugen. Gerade der Gesichtssinn ist der wichtigste beim Tauchen, das kann man gerne mit gelungenem Design herausstellen. Sonst wäre nurmehr der Taucherhelm der Profis eine Alternative ein Gesicht gänzlich zu verstecken. Doch das muß wirklich nicht sein...

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