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Phantom des Mittelmeers. Die Mönchsrobbe

Ein Beitrag von EURONATUR

Die Mittelmeer-Mönchsrobbe ist das seltenste Säugetier Europas und gehört zu den am meisten bedrohten Tierarten der Welt. Nur noch wenige hundert dieser scheuen Tiere leben im Mittelmeer und an der mauretanischen Atlantikküste. Mönchsrobben gibt es ansonsten nur noch in den Gewässern um Hawaii - doch handelt es sich dabei um eine andere Unterart.
 
Die wichtigsten Mönchsrobben - Kolonien des Mittelmeeres befinden sich im Meeresnationalpark Nördliche Sporaden und im Bereich der Kykladeninseln, außerdem vor der türkischen Ägäisküste, doch von letzteren liegen keine genauen Bestandsdaten vor. Während im Mittelmeer eine Kolonie mit 10 Robben schon zu den größten gehört, leben in der mauretanischen Kolonie noch rund 300 Tiere. Die Bedrohungen sind vielfältig:

Direkte Verfolgung

Küstenfischer haben die Mönchsrobben seit jeher verfolgt, weil sie manchmal die Netze zerreißen, um an den begehrten Fisch heranzukommen. Die Löcher, die sie mit ihren Flossen reißen, sind un- verwechselbar. Im Schnitt braucht man zwei Tage, um so ein Netz wieder zu flicken. Der Fischfang ist längst kein einträgliches Geschäft mehr für die Küstenfischer, denn Meeresverschmutzung und ausbeuterische Fischfangmethoden mit Treib- und Schleppnetzen haben die einst reichen Fanggründe verwaisen lassen. Umso härter trifft es die Fischer, wenn sich dann auch noch Robben an dem kärglichen Fang gütlich tun.

Harpunenjäger

Uneinsichtige Harpunenjäger kommen - besonders aus Italien - immer noch an griechische Küsten und verunsichern die Unterwasserwelt. Das ist zwar verboten, doch wer kontrolliert schon unter Wasser? Zudem sind diese “Helden” oft besser motorisiert als die Hafenpolizei. Robben jagen sie zwar nicht, aber sie verursachen erhebliche Störungen bei den scheuen Tieren. Für die Jungen kann es tödlich enden, wenn sie längere Zeit von ihrer Mutter getrennt werden.

Ausbeuterische Fischfangmethoden

Schleppnetze rasieren den Meeresboden kahl, kilometerlange Treibnetze fischen ganze Meeres- gegenden leer. Da wird die Nahrung 

knapp für Mönchsrobben und Delphine, die sich außerdem in den Treibnetzen verheddern und kläglich darin ersticken, wenn sie zum Atmen nicht mehr auftauchen können.

Meeresverschmutzung

Auf hoher See werden Abfälle und Chemikalien verklappt, Flüsse tragen Müll und Um-weltgifte ins Meer und viele Küstenorte haben noch keine Kläranlage. Dies beeinträchtigt die Meeresfauna und -flora in hohem Maße. Insbe- sondere die größeren Meeressäugetiere wie Robben, Delphine und Wale leiden unter der starken Verschmutz- ung. Sie werden anfälliger für Krankheiten und finden in manchen Regionen nicht mehr genug Nahrung.

Strategien zur Rettung der Mönchsrobben

Seit fast zehn Jahren arbeitet die Stift- ung Europäisches Naturerbe (EURONATUR) für die Rettung der Mönchsrobben. Die bisher größten Erfolge wurden erzielt im Meeres- nationalpark Nördliche Sporaden, zu dessen Ausweisung EURONATUR beitragen konnte. Auf der Insel Alonnisos hat EURONATUR eine Naturschutzstation als Basis für die Arbeit der griechischen Naturschützer eingerichtet. Dort wurden auch die Vorarbeiten für die Zonierung des Parks und die Schutzverordnungen geleistet. Außerdem dient die Station als Anlaufstelle für naturinteressierte Besucher. Umwelterziehungsmaßnah- men und Naturschutzseminare haben die Bevölkerung sensibilisiert und auf eine “sanfte” Tourismusentwicklung vorbereitet. Vor zwei Jahren hat Euronatur auf Alonnisos einen Naturlehrpfad angelegt

Vor allem aber haben die Naturschützer einen Bund mit den Küstenfischern, den ursprünglich stärksten Gegnern des Parks, geschlossen. Sie versprachen, die großen Fischfangflotten aus dem Nationalpark herauszuhalten, wenn die Fischer ihrerseits die Robben verschonen. Seither besteht eine enge Kooperation; die Fischer beteiligen sich inzwischen sogar an der Überwachung des Nationalparks. Auch die Hafenpolizisten treten jetzt energisch auf gegen verbotene Fischfangmethoden und andere Verstöße gegen die Parkordnung, denn im Gegensatz zu früher kämpfen sie nicht mehr auf verlorenem Posten.

eMail: info@euronatur.org  ; Internet: http://www.euronatur.org