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by Michael Goldschmidt 10.00

Fakten

Produkt: Maske ProEar 2000
Gewicht: 200 g
Farben: transparent blau und neongelb
Preis: ca. € 99 (Preissenkung 9.02)
Vertrieb: www.seemann-sub.de über Tauchsportfachhandel

Mit trockenen Ohren tauchen, das kann im warmen Meer oder kalten Süsswasser nur Vorteile mit sich bringen. Keine Ohrenentzünd- ungen, besserer Druckausgleich sind Fakten, die nicht nur empfindlichen Tauchern den Spass am Sport erhalten. UnterWasserWelt hat die ProEAR 2000 getestet.

Eigentlich hat es schon jeden Taucher einmal erwischt: Heftig schmerzende Ohren verleiden alle Urlaubsgefühle und das Non-Limit-Tauchpaket war umsonst aber nicht kostenlos geordert. Immer wieder zeigen sich im Reisegepäck kleine Fläschchen, deren Inhalt in den Gehörgang geträufelt die gefürchtete Entzündung vermeiden soll. Das gelingt aber nicht immer, da die Entzündungen, die besonders nach Tauchgängen in warmen Meeren, aber auch schon nach dem Poolkurs auftreten, bakteriellen Ursprungs sind. Im warmen Salzwasser, so wie es in den tropischen Meeren stets zu finden ist, doch auch im sommerlichen Mittelmeer sind Infektionen nicht selten. Alle Hausmittel versagen zudem, wenn nicht unter der Dusche mit sauberem Süsswasser die Gehörgänge gespült werden. Oft genug findet man besonders auf Safaribooten, aber auch in Regionen mit knappen Süsswasservorräten nur eingeschränkte Möglichkeiten eine Dusche zu benutzen.

Technik

Die Idee, die hinter der ProEAR 2000 steht, ist einfach, die Umsetzung bedurfte aber einer langen Entwicklung bis hin zum fertigen Produkt, das ab Herbst 1999 bei SEEMANN und OCEANIC in Deutschland lieferbar ist. Taucherärzte, Ingenieure und Tauchlehrer arbeiteten bei SAFE DIVE Ltd . zusammen, um die ProEAR 2000 zu gestalten.

Ausgehend von einer Zweiglas-Maske mit angenehm weichen Silikonkörper, der sich vielen Gesichtsformen komfortabel anpaßt, bietet die ProEAR 2000 als herausragendes Ausstattungsmerkmal belüftete Kappen, die die Ohren abdecken. Durch einen flexiblen, dünnen Faltenschlauch sind die Ohrmuscheln mit dem Innen- raum der Maske verbunden. Das Maskenband ist durch breite Halterungen in der Ohrmuschel geführt, so dass sich die ProEAR einfach auf die individuellen Kopfmaße einstellen läßt. Für diese Anpassung bieten die Falten- schläuche genügend Spielraum. Einseitig wirksame Ventile in den Schläuchen verhindern das Eindringen von Wasser in den Maskenraum, sollte eine Ohrmuschel geflutet worden sein. Weich und anschmiegsam ist das Silikonmaterial der Ohrmuscheln, die in einem starren Kunststoffrahmen sitzen. Breite Dichtlippen versprechen auch dann noch zuverlässig abzudichten, wenn, was unvermeidlich ist, sich Haare zwischen Haut und Muschel befinden.

Einsatz

Ungewohnt ist der erste Tauchgang mit der ProEAR nur wenige Minuten. Den Sprung ins Wasser meistert die Maske mit üblicher Sicherung durch eine Hand ohne Verrutschen der Ohrmuscheln. Beim Tauchgang spürt man kaum die neuartige Konstruktion am Kopf, man hört sie eher. Die akustische Wahrnehmung ist positiv verändert, die Ausatemgeräusche klingen nicht mehr so brüllend laut. Nach einer Weile entwickelt sich das Gefühl sogar die Richtung, aus der prägnante Geräusche eintreffen, bestimmen zu können. Der Druckausgleich macht auf den ersten Metern ebenfalls den Eindruck, als gelänge er mit geringerem Aufwand. Am Trommelfell angenehm spürbar ist so auch der Druckausgleich in der Maske selbst über die Nase, wird doch über die Schlauchverbindung ein identisches Druckverhältnis aufgebaut. Die Maske sitzt insgesamt bequem auf dem Gesicht und dichtet einwandfrei.
 
Was passiert nun, wenn die Ohrmuscheln geflutet werden? Ansich nichts spektakuläres. Es dringt kein Wasser in die Maske ein, es ist lediglich der Ohrraum geflutet. Diesen wieder auszublasen ist einfach. Ein rascher Druck auf die grossflächige Silikonmembran der Ohrmuschel entleert sie rasch. Atmet man anschliessend noch durch die Nase aus, wird ein eventuell verbliebener Flüssigkeitsrest beseitigt. Das ist die ganze neu zu erlernende Kunst im Umgang mit der ProEAR 2000.

 Howard Rosenstein , der Kopf der Firma SAFE DIVE, ist verantwortlich für die Entwicklung der ProEAR 2000, die nun von SEEMANN und OCEANIC vertrieben wird. Die ausführliche Einweisung, die Howard Rosenstein UnterWasserWelt gab, überzeugt. Diese Maske ist tatsächlich eine herausragenden Neuerungen, die nicht nur Gerätetaucher erreicht. Denn häufig sind gerade Schnorchler von schmerz- haften Ohrentzündungen betroffen, halten sie sich doch meist lange in den besonders warmen und flacheren Tauchrevieren auf, die die Entwicklung von Bakterien begünstigen. Aber auch die negativen Auswirkungen von kaltem Wasser auf das Trommelfell, die Durchblutung der Tuben und den Gleichgewichtssinn werden durch den Einsatz der ProEAR 2000 aufgehoben. Grundsätzlich ist ein leichter zu bewerkstelligender Druckausgleich feststellbar, wodurch die Gefahr von Barotraumen des Innenohrs wesentlich reduziert wird. Das Hören unter Wasser ist nun auch wieder mit Ortung der Richtung, aus der die Schallquelle kommt, möglich, da die wesentlich höhere Schall- geschwindigkeit im Wasser durch die Membran der Ohrmuschel und die Weiterleitung des Schalls im luftgefüllten Raum stark abgebremst wird. Allerdings ist dies nicht mit dem Hören über Wasser gleichzusetzen.

Natürlich kann, wie uns demonstriert wird, die ProEAR 2000 auch bei Verwendung von Kopfhauben getragen werden. Dafür, so zeigt und Howard Rosenstein, gibt es sogar eine zweilagige Kopfhaube mit Auschnitten für die Ohren.

Fazit

Ausgestattet mit der ProEAR 2000 ist man als Schnorchler und Gerätetaucher, in warmen und kalten Gewässern, bestens gegen die vielfältigen Probleme gewappnet, die die empfindlichen Ohren treffen können. Wer seinen Tauchurlaub wegen Ohrentzündungen schon abbrechen oder anders gestalten mußte, weiss welche Vorteile diese Maske bietet. Wen bei Kaltwasser-Tauchgängen schon Drehschwindel plagte, weil der Gleichgewichtssinn irritiert war, wird sich die ProEAR 2000 ebenso einmal näher ansehen. Sind immer wieder Druckausgleichsprobleme lästige Tauchgangbegleiter, kann die ProEAR 2000 hier durchaus auch der Ansatz sein diese Schwierigkeiten zu beseitigen.