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Navigationssystem EyeSea

Fakten

Gerät: EyeSea Sonar Ultraschall Navigationssystem für Taucher
Hersteller: XIOS Diving Technology
Komponenten: TX – Sender und RX - Empfänger
Material der Komponenten: ABS Kunststoff / Acrylglas / Gummi
Farbe: orange, schwarz
Einsatztiefe (max.) Sender: 10 Meter
Gewicht: 545 g (leichter Abtrieb)
Einsatztiefe (max.) Empfänger: 100 Meter
Gewicht: 430 g (leichter Abtrieb)
Reichweite (max.): 1000 Meter
Frequenzen: 4, am Sender frei wählbar
Notfallmodus: Taucherrückruf über den Sender
Stromversorgung: 8 Mignonzellen Sender, 4 Mignonzellen Empfänger
Betriebsdauer je Batteriesatz: 30 Stunden Sender, 8 Stunden Empfänger
Betriebskontrollen und Anzeigen Sender: akustisch
Betriebskontrollen und Anzeigen Empfänger: LC Display
LC – Anzeigen: Initialisierung, Navigationsmodus, Rückrufmodus, außer Reichweite, Fehlermeldung 
Preis: ca. € 599

 Die Orientierung unter Wasser ist nicht unbedingt jedermanns Sache, obwohl sie allgemein zur Tauchausbildung dazugehört. Gerne verlässt man sich auf die Führung durch erfahrene Guides, die das Tauchgebiet kennen. Unbekannte Tauchgebiete, wie sie häufig bei Safaris angesteuert werden, können mit einem Navigationssystem, das den Rückweg zum Boot oder der Einstiegsstelle zuverlässig zeigt, souverän erkundet werden. Tauchgänge bei Nacht und / oder schlechter Sicht erfahren ein deutliches Plus an Sicherheit. Neben der Positionsanzeige mittels Display ist auch eine Notruffunktion neu, die die mit dem System tauchenden Sportler zur unverzüglichen Rückkehr auffordert. Nach dem bereits vorgestellten „Sonic Seeker“ hat nun Seemann Sub auch das innovative EyeSea System im Vertrieb. UnterWasserWelt ließ sich davon leiten.

Wie so oft bei bahnbrechenden technischen Entwicklungen kommt der Anstoß hierfür aus der Militärtechnologie. So auch beim EyeSea, das zunächst nicht für den Einsatz durch Sporttaucher gedacht war. Erfreulicherweise gibt es nun auch für private Nutzung dieses Navigationssystem, das unter Beachtung einiger Grundlagen ein sehr genaues und zuverlässiges Navigieren zum Anfangspunkt des Tauchgangs zulässt. Gegebenenfalls kann man es sogar im Rahmen von gut organisierten Strömungstauchgängen dazu benutzen das Boot sicher und auf kurzem Weg wieder zu finden, hat es seinen Ankerplatz am Endpunkt des Tauchgangs gefunden oder treibt es in der Nähe der Taucher.

Wen schon die vielen Funktionen eines Tauchcomputers ohne ständig griffbereiter Anleitung überfordern, wird beim EyeSea angenehm überrascht. Nachdem die Batterien eingelegt sind, davon schluckt der Sender immerhin 8 1,5V - Zellen im Mignonformat, 4 benötigt der Empfänger am Arm, ist das System, das aus diesen zwei Komponenten besteht, praktisch einsatzbereit. Ist kein zweites Tauchboot oder eine zweite Gruppe in der Nähe, das ebenfalls mit dem EyeSea arbeitet, muss auch nicht über die Wahl einer anderen Frequenz am Sendermodul nachgedacht werden, damit man am Ende des Tauchgangs wirklich an der eigenen Einstiegsstelle auftaucht.

Pro Gruppe, die mit dem EyeSea navigieren möchte, genügt ein Sender TX, Empfänger RX können unbeschränkt viele verwendet werden. In einem orangefarbenen ABS – Kunststoffrohr mit schwarzer Gummikappe, die die beiden Schalter (Power und Frequenzwahl) und den Ultraschallsender überdeckt, sind die Batterien und die Sendetechnik eingebaut. Zwei O-Ringe dichten den verschraubten Gehäusedeckel, der Zugang zum Batteriefach gewährt. Diese Komponente hat eine maximale Einsatztiefe von 10 Metern. Berücksichtigt man, dass bei 5 Metern Tiefe das Gerät optimal positioniert ist, genügt dies natürlich, eine Sicherung vor Verlust und Schutz vor zu tiefem Absinken, muss man aber in jedem Fall selbst vorbereiten. Nach Herstellerangaben ist die beste Platzierung unter einem Boot, hierbei werden nach allen Seiten ungehindert die Ultraschallimpulse ausgesandt. Natürlich kann das System auch vom Ufer aus betrieben werden, hier kann es aber zu Signalreflexionen kommen, die unter Umständen vom Empfänger am Arm falsch interpretiert werden. Verändert der Taucher in diesem Fall seinen Standort, wird das empfangene Signal wieder richtig verstanden.

Fast doppelt so groß wie ein moderner Tauchcomputer ist der Empfänger EyeSea RX. Mit einem Armband kann er wie ein Tauchcomputer getragen oder am Jacket befestigt werden. Wir empfehlen das Tragen am Arm, weil dann der eigene Körper den Empfang der Ultraschallsignale nicht abschattet. Auch dieses Gehäuse ist aus leuchtend orangem ABS Kunststoff gefertigt. Ein großformatiges LC Display (2,7 x 4 cm) ist für die Anzeige der Navigationsrichtung und Entfernung zum Sender eingelassen. Dominiert wird das Gerät vom Empfänger der l
 
 
 Ultraschallsignale, der von einer schwarzen Gummihülle bedeckt oberhalb des Displays platziert ist. Bis 100 Meter Tauchtiefe kann diese Komponente eingesetzt werden, spricht also auch Tec – Taucher an. Die vom Sender TX ausgesandten Signale werden unter günstigen Voraussetzungen (Einsatz im Meer, Tauchtiefe durchschnittlich 20 Meter) bis in einer Entfernung von 1000 Metern empfangen und verarbeitet. Einen Hauptschalter als solchen sucht man vergebens. Der Deckel des Batteriefachs ist als Schalter vorgesehen. Der Empfänger RX ist bei völlig zugeschraubten Deckel aktiviert, eine Drehung von 90° löst den Kontakt der Batterien und schaltet die Anzeige ab. Zu beachten ist hierbei, dass im so ausgeschalteten Zustand das Gerät nur spritzwassergeschützt ist. Erst mit der Aktivierung, also dem völligen Verschluss des Batteriefachs, was stets vor dem Tauchgang zu erfolgen hat, ist das EyeSea RX dicht.

Tauchgänge mit dem Navigationssystem erfordern eine kurze Vorbereitung des Senders. Zunächst muss er aktiviert werden über den Schalter Ein/Aus. Leise Pieptöne zeigen an, dass der Sender arbeitet. Zur Unterscheidung verschiedener Sender, die auf kurzer Entfernung im Einsatz sind, kann zwischen 4 unterschiedlichen Frequenzen gewählt werden. Ist keine identische Anlage im Umkreis von 1000 Metern aktiv, genügt die Grundeinstellung auf Kanal 1 beizubehalten, die automatisch vorgegeben ist. Nun kann der Sender an der Einstiegsstelle oder unter dem Boot ausgebracht werden. Am besten ist eine Wassertiefe von 5 Metern bzw. die halbe Tiefe zwischen Wasseroberfläche und Grund, wird der Tauchgang in einem flachen Gewässer absolviert. Der Empfänger am Arm wird nun ebenfalls durch Zuschrauben des Batteriefachdeckels eingeschaltet. Die Anzeige „INIT“, umgeben von einem dicken schwarzen Kreis, erscheint. Auch dieses Gerät ist betriebsbereit. Niedriger Ladezustand der Batterien würde am Sender mit einem anhaltenden Piepton signalisiert bzw. im Display des Empfängers angezeigt. Dann wären immer noch für 45 Minuten Betriebszeit garantiert. Insgesamt arbeitet der Sender mit einer Batteriebestückung etwa 30 Stunden, der Empfänger 8 Stunden.

Beim Abtauchen ist es erforderlich sich zunächst in relativer Nähe des Senders, maximal 6 Meter entfernt, kurz aufzuhalten. Jetzt wird der Empfänger für die Signale des Senders initialisiert, er stellt fest, welche Frequenz eingestellt wurde. Ist die Initialisierung abgeschlossen, wechselt das Display des Empfängers in den Navigationsmodus. In der Mitte des schwarzen Rings erscheint in Metern die Entfernung des Tauchers zum Sender (zur Einstiegsstelle), ein stets nach oben weisender schwarzer Pfeil steht für die Lage des Tauchers, ein Ankersymbol im Ring zeigt zum Sender. Beendet man den Tauchgang, bringt man den Pfeil im LC Display durch Ausrichtung des Körpers in Übereinstimmung mit dem Anker im Ring, so gelangt man auf direktem Weg zurück.

Eine wirkliche Besonderheit ist der Rückrufmodus, der am Sender aktiviert wird. Müssen die im Wasser befindlichen Taucher wegen eines Notfalls oder veränderten Wetterbedingungen sofort zurückgerufen werden, drückt man am Sender, der dazu aus dem Wasser genommen werden muss, die entsprechende Taste. Auf den Displays der Taucher erscheint nun das blinkende Wort „UP“ und die Entfernungsangabe ändert sich nicht mehr, die Rückkehrrichtung wird aber weiterhin angezeigt.

Trotz modernster Technologie, die weitmöglichst falsch zu interpretierende Ultraschallsignale ausfiltert, gibt es doch ein paar Grenzen, die beachtet werden müssen. Befinden sich Hindernisse zwischen dem Empfänger und Sender, kann es zum Signalverlust führen, der dann mit dem Wort „OUT“ im Display angezeigt wird. Sobald wieder direkter Empfang möglich ist, erlischt die Warnanzeige und die angezeigten Werte sind wieder zutreffend. Auch geringe Tauchtiefen, 3 Meter oder weniger, lassen an der Wasseroberfläche die Ultraschallimpulse reflektieren, was den Empfänger irritiert. Ein paar Meter tiefer sind die Anzeigen wieder ungestört. Zwei weitere Warnhinweise, „ERA“ und „ERE“ können erscheinen, was kaum der Fall sein dürfte. Geschieht dies, wird auf interne Probleme hingewiesen, die Daten im Display verlieren für den gesamten Tauchgang ihre Gültigkeit.

Angesprochen vom EyeSea System werden im Grunde alle Taucher, die an immer wieder neuen Orten (Urlaub, Safari) die Welt unter Wasser besuchen. Da oft nur ein, zwei Tauchgänge an ein und der selben Position gemacht werden, ist die Zeit zu kurz, sich hier umfassend zu orientieren. Nachttauchgänge, ob im See oder am Hausriff, werden wesentlich ruhiger absolviert, man muss nicht immer wieder auftauchen, um die Einstiegsstelle zu lokalisieren. Eine große Hilfe ist das System selbst in den oft trüben Binnenseen, man vertut sich auf dem Rückweg nicht mehr, was selbst beim Kompasseinsatz immer wieder passiert. Ein besonderes Klientel für das EyeSea sind Filmer und Fotografen, die leicht einmal die richtige Richtung aus den Augen verlieren, haben sie sich erst einmal an einem Motiv festgebissen und es eine Weile lang verfolgt. Aber auch Tauchbasen können Ihren Gästen und Schülern einen guten Service anbieten, setzen sie das System bei ihren Bootsausfahrten ein. Dann sind die Tage gezählt, dass einzelne Gäste weitab vom Ankerplatz aus dem Wasser geholt werden müssen. 

Fazit

Wir haben das EyeSea als innovatives und zuverlässiges Navigationssystem kennen gelernt, das verblüffend einfach zu bedienen ist. Tauchgänge in unbekannten oder schlechtsichtigen Gewässern verlaufen wesentlich entspannter. Alles in allem trägt das Navigationssystem deutlich zur Optimierung der Tauchsicherheit bei, dessen Handhabung wird innerhalb kürzester Zeit erlernt. Die Einschaltung des Empfängers über den Batteriefachdeckel birgt ein gewisses (Rest-) Risiko, da beim versehentlichen Abtauchen mit dem nicht aktivierten Gerät Wasser ins Batteriefach eindringen kann. Um den möglichen Verlust des ganzen Empfängers wegen Wasserschadens zu vermeiden, sollte hier noch vom Hersteller die Kabeldurchführung vom Batteriefach ins Innere des Geräts zusätzlich abgedichtet werden.