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Welttourismus, Riffzerstörung und Handel mit geschützten Arten - ein Kampf gegen Windmühlen!

Dipl. Ing. Horst Wiendl 2000

Spanien - Elfenbeinhandel

32 Stoßzähne und 444 Elfenbeinfiguren wurden in Alicante sichergestellt. Sie waren für den Straßenverkauf bestimmt. Nordafrika liegt direkt vor der Tür und die EU-Grenzen sind offen.

Italien und Spanien - Kulinarische Spezialitäten

Privater Seeigelverkauf aus dem Kofferraum. Umweltschützer warnen vor unkontrollierter Plünderung der Küstengewässer. Wirklich eine unverzichtbare Delikatesse? Ist doch ekelig! Diese Beispiele erheben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auf eine Erwähnung der Dauerbrenner Walfang und Stierkampf wurde wegen Aussichtslosigkeit verzichtet.

Wer fühlt sich bei den oben aufgeführten Problematiken eigentlich noch sicher, von Europa aus globale Veränderungen in Sachen Umwelt- und Tierschutz durchsetzen zu können? Warum werden Fischer in Indonesien von Umweltschützern aus Europa angeklagt, durch illegale Dynamitfischerei die Riffe zu zerstören, wenn sie doch nur ihre Arbeit effizienter gestaltet haben, um den täglich hohen Bedarf der Hotel- und Restaurantküchen - auch für Tauchtouristen - befriedigen zu können? Verständnis wäre hier eher angebracht und der Besen sollte besser erstmal vor der eigenenHaustür geschwungen werden. Wer kümmert sich eigentlich um die weltweit in tropischen Uferzonen dahingammelnden tödlichen Stellnetzfallen, die einfach in Vergessenheit geraten sind? Die durch diese Fallen entstehenden Verluste an tropischen Fischen stehen in keinem Verhältnis zu den Schäden, die allgemein den Sporttauchern angedichtet werden.

Bedrohliche Situation:

Er ist überall auf unserem Erdball unterwegs, der unaufgeklärte Pauschaltourist und an diesem müsste doch in erster Linie einmal Aufklärungsarbeit geleistet werden. Doch wie aufklären ohne das eigene Geschäft zu gefährden und wo soll sinnvollerweise der Hebel angesetzt werden? Wäre da die Regenbogenpresse, Reiseveranstalter und Fluglinien nicht eine gute Adresse?

Doch welche Gesellschaft will ihren Kunden oder Fluggästen bereits auf dem Hinflug die schönsten Tage des Jahres durch Restriktionen vermiesen? Wer will sich anmaßen, den Millionen Sonnenhungriger vorschreiben zu wollen, wie sie sich in ihrem wohlverdienten Urlaub zu verhalten und zu ernähren haben? Womöglich sollen sie noch auf das verzichten, worauf sie sich das ganze Jahr über, außer der Sonne natürlich, am meisten gefreut haben, nämlich frische und leckere Meeresfrüchte bis zum Abwinken?

1997 - das internationale Jahr des Riffes
1998 - das Jahr des Meeres
PADI-Projekt A.W.A.R.E. zum weltweiten Schutz der vom Aussterben bedrohten Haie
Was nutzen all diese Aufrufe, wenn sich das ständig vermehrende und in seinem Anspruchsdenken unersättliche Tier "Mensch" nicht zu belehren, geschweige denn zu bekehren ist? In seiner Endzeitdenke möchte er heute auf keine Annehmlichkeiten mehr verzichten, egal welchen Preis die Natur dafür bezahlen muss.Trotz weltweiter Appelle der Umweltschutzaktivitäten, trotz Washingtoner Artenschutz Übereinkommen und unzähliger kurzlebiger Organisationen - muss jeder sich darüber im Klaren sein, dass unsere Erde seit ihrer Entstehung einem stetigen Wandel unterworfen ist und dieser wird durch das unverantwortliche Handeln von uns Menschen immer mehr beschleunigt.

Ob die Zoohandlung um die Ecke, der Souvenirladen irgendwo auf der Welt, der Haifischfänger in Guatemala oder die chinesische Apotheke in Hongkong, alle tragen dazu bei, dass die Natur permanent gegen ihren Ausverkauf ankämpfen muss. Ohne global durchgreifende Maßnahmen wird vorerst keiner dieser Geschäftemacher mit Umsatzeinbußen rechnen müssen und für den mit Potenzproblemen kämpfenden Asiaten wird es auch zukünftig ein zu Pulver zerstampftes Seepferdchen zu kaufen geben. Der pervertierte und dekadente Mensch richtet sich nicht nur selbst zu Grunde sondern zieht auch die Natur mit sich in den Abgrund der Vernichtung. Wer sich heute immer noch nicht dieser Entwicklung bewusst ist oder diese nicht richtig einzuschätzen weiß, muss eigentlich als Traumtänzer betrachtet werden. Nicht nur die noch lebenden Korallenriffe sind schützenswert sondern auch ihre bereits toten Bewohner müssten per Gesetz aus Souvenirläden, Zoofachgeschäften und aus den Ausstellungsvitrinen internationaler (Tauchsport)Messen verbannt werden.

Umso bedauerlicher ist der im letzten Jahr erstmalig festgestellte neue Trend, gravierte Kaurischnecken als Mitbringsel zu verschenken, Windlichter aus dem Griffelseeigel werden ja leider bereits seit vielen Jahren angeboten.

Wer erklärt eigentlich den vielen Millionen von reisenden Nichttauchern, dass eine Mördermuschel zu schade ist, als Aschenbecher missbraucht zu werden, die Stacheln von Griffelseeigeln keine lustigen Windspiele sind, aufgeblasene und zu Lampenschirmen verarbeitete Igel- und Kugelfische höchst makabre Mitbringsel sind und jedes Haifischgebiss letztendlich auch einen toten Hai bedeutet? 

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